71 Zehntklässler feierten ihren Schulabschluss
„Langweilig war es mit uns nie“, resümierte Chris Lichteveld als einer von 71 Schülern des aktuellen 10er-Abschlussjahrsgangs der Realschule An der Fleuth absolut treffend anlässlich der Abschlussfeier 2026 im Forum. Die Feier stand dieses Mal unter dem Motto „Neue Wege gehen – mit Mut in die Zukunft“. Gemeinsam mit Nora Bala übernahm Chris an diesem Nachmittag den ersten Teil der Moderation und blickte auf die letzten sechs Jahre eines „chaotischen, lauten und beeindruckenden“ Jahrgangs zurück. Die beiden dankten dem ganzen Schulteam für „sechs anstrengende und wunderschöne Jahre und eine unvergessliche Zeit“. Und Nora rückte Wilfried Schönherr als Schulleiter mit Herz und Weitblick in den Mittelpunkt, dem sie am „Ende einer Ära“ – kurz vor seinem Wechsel in den Ruhestand – eine genauso erfüllende Zeit wünschte. Seinem Nachfolger Torben Sowinski wünschte sie „Erfolg, Freude und stets die richtigen Entscheidungen“. Ihren Lehrerinnen und Lehrerin dankte Nora vor allem dafür, dass sie die jungen Menschen dieses Jahrgangs „motiviert, gefordert und unterstützt haben“ und dass sie an sie „geglaubt haben, wenn es ihnen selbst schwerfiel“. Und auch die Eltern als „erste Lehrer, größte Unterstützer und stärkste Motivatoren“ wurden nicht vergessen.
Für die Stadt Geldern überbrachte die stellvertretende Bürgermeisterin Bärbel Wolters gute Wünsche. „Ihr könnt heute mit Recht stolz auf euch sein. Ihr beendet ein wichtiges Kapitel und startet in ein neues“, hob sie hervor und bestärkte die jungen Menschen darin, mit Mut in die Zukunft zu starten und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben. Ebenso wertschätzend waren die Worte, die Mike Lichteveld als Vertreter des Fördervereins an die Schülerinnen und Schüler richtete, die hier mehr gelernt hätten als nur Mathe, Deutsch oder Englisch. Den Lehrerinnen und Lehrern dankte er dafür, dass sie „mehr Geduld bewiesen haben als pädagogisch möglich erschien“. Und er riet den 10ern: „Behaltet euren Humor, habt eure eigene Meinung und den Mut, eigene Wege zu gehen“. Und auch die Vorsitzende der Schulpflegschaft, Ulla Gastens, verabschiedete die Jugendlichen mit guten Wünschen für eine erfolgreiche Zukunft.
Der letzte Blick auf Vergangenheit und Zukunft des Abschlussjahrgangs gehörte dem Schulleiter. Seine letzte 10er-Rede ging an einen „besonderen Jahrgang“, der mit gerade mal zehn Mädchen auskommen musste. Schönherr legte den jungen Menschen die Worte Nelson Mandelas nahe: „Bildung ist die wichtigste Waffe, um die Welt zu verändern!“ Dass sich Angehörige dieses Jahrgangs immer wieder gegen Regeln gestellt hätten, sein nun Geschichte. Bis zum Schluss sei hier erkennbar gewesen, dass hier nicht alle an einem Strang gezogen haben. Aber umso genialer sei der letzte Tag der 10er, der so genannte Chaostag, gewesen – mit Schaumbad und Entenangeln: „Das hätte nicht besser sein können, damit habt ihr uns eine große Freude bereitet!“
In Zahlen konnte Wilfried Schönherr den Erfolg so zusammenfassen: 66 von 71 Schülerinnen und Schülern verlassen die Schule mit der Fachoberschulreife, 28 davon sogar mit der „Quali“ für den Wechsel in die gymnasiale Oberstufe. Dreimal wurde der Erste Schulabschluss erreicht und zweimal der Erste Erweiterte Schulabschluss. Somit konnten alle Schülerinnen und Schüler ihre Schulzeit mit einem Abschluss und teilweise mit hervorragenden Durchschnittsnoten beenden. Die Mehrheit (49 Schülerinnen und Schüler) werden ihren nächsten Weg am Berufskolleg oder Gymnasium einschlagen und 22, das sind 31 Prozent, wechseln in eine Ausbildung. Metallbauer, Zahnmedizinische Fachangestellte, Goldschmied, Polizist oder Kfz-Mechatroniker sind ebenso dabei Glasveredlerin oder Tischler. Gerade auf die Ausbildung solle die Realschule ja vorbereiten, hob der Schulleiter hervor und dankte besonders der Arbeit der Berufsfeldkoordinatorin Susanne Schmidt und der Schulsozialarbeiterin Sybille Waerder und allen Kolleginnen und Kollegen für ihr Mitwirken an der beruflichen Auswahl.
Sechs gemeinsame Jahre waren keine kurze Zeit – auch nicht für die Klassenleitungen Hanns Clegg (10a), Sabine Stüve (10b, früher auch Sandra Deutscher) und Andrea Thissen (10c). Corona fiel ebenso in diesen Zeitraum wie der Umzug in ein neues Gebäude. Aber auch viele persönliche Gespräche, die Beziehung zuließen und das gegenseitige Interesse widerspiegelten, verdeutlichen, wie vielfältig dieser Jahrgang zusammengesetzt war. Denn auch den ernsten Rat, das eigene Verhalten im Beruf zu überdenken, richtete Wilfried Schönherr an Mitglieder dieser Gruppe. Er legte ihnen den respektvollen Umgang miteinander ebenso ans Herz wie den kritischen Austausch: „Wenn ihr es schafft, auch andere Meinungen gelten zu lassen, dann ist mir um eure Zukunft nicht bang. Geht zielstrebig euren Weg, scheut euch nicht, Dinge kritisch zu hinterfragen und nutzt eure guten sozialen Skills.“ So wünschte er den 71 Absolventinnen und Absolventen „eine Arbeitsatmosphäre, in der ihr euch wohl fühlt, dass ihr alte und neue Freunde an eurer Seite habt, dass ihr die Waffe Bildung anwendet und stolz seid auf Erreichtes und vor allem neugierig auf euer eigenes Leben!“
Stolz sein können vor allem Levin Viehl (10a), Finja Rickes (10b) und Mattis Faltermeier (10c) auf ihre Leistungen als jeweils Klassenbeste. Und für Phil Antons aus der 10c, der an diesem Tag seinen Geburtstag feierte, gab es das wohl größte Geburtstagsständchen seines Lebens, in das alle 10er, ihre Familien, Sekretärin Nadine Bach, Hausmeister Dirk Peters und das ganze Lehrerkollegium einstimmten.
Mit dem gemeinsamen Abendessen aller Ablsoventen, ihrer Familien und Gäste in den Lindenstuben in Geldern ging dieser besondere Tag für einen besonderen Jahrgang zu Ende.
