Das in der Gelderner Stadtgeschichte einmalige Gemeinschaftsprojekt der Gesamtschule der Stadt Geldern sowie der Realschule An der Fleuth hat die „Feuerprobe“ bestanden und die erste Woche erfolgreich beendet.
Hiervon überzeugte sich am Freitag, den 10.07., auch „hoher Besuch“: Von der Gelderner SPD sowie den Grünen machten sich vier Damen und ein Herr selbst vor Ort ein Bild von dem Programm und dem Konzept der „Summer School 2020“.

„Vier Wochen lang haben die Fünft- und Sechstklässler der beiden Schulen jeweils montags, mittwochs und freitags die Gelegenheit, ihre Kenntnisse insbesondere in den Fächern Englisch und Mathematik zu vertiefen“, erläutert T. Rathmer-Naundorf, Schulleiterin der Gesamtschule, den Kerngedanken des Konzeptes. Beeindruckt zeigten sich die Besucher/innen dabei von der Tatsache, dass sich über 25 Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen beider Schulen freiwillig in dem Projekt engagieren, um den Kindern Lerninhalte ohne Noten- und Leistungsdruck zu vermitteln. Das Besondere dabei ist ein zusätzliches „Patenkonzept“, das die stellvertretende Schulleiterin der Gesamtschule Dr. B. Hartmann vorstellt: „Bei unserer Summer School unterstützen zusätzlich zu den Lehrkräften Schülerinnen und Schüler höherer Jahrgänge die ‚Kleinen‘, wodurch ein anderer Lernzugang und eine individuellere Betreuung geboten werden können.“ Da die Gesamtschule als Schule im Aufbau jedoch noch keine Schüler/innen in höheren Jahrgängen hat, lag der Gedanke nahe, eine mögliche Kooperation mit der Realschule anzusprechen.

 „Schon während, jedoch auch nach der Schulschließung ist uns aufgefallen, dass nicht alle Kinder von den angebotenen Unterrichtsmaterialien so profitieren konnten, wie es wünschenswert wäre“, berichtet W. Schönherr, Schulleiter an der Realschule, von seinen Erfahrungen. „So gab es auch in unserem Kollegium bereits Überlegungen, wie man hier Abhilfe schaffen könne.“ Die Idee eines Gemeinschaftsprojektes mit der Gesamtschule fand dann auch schnell Zuspruch, so dass der stellvertretende Schulleiter der Realschule T. Sowinski als hier federführender Organisator rasch Kolleg/innen fand, die ihre Unterstützung zusagten. Überwältigend ist jedoch insbesondere die Motivation und Einsatzbereitschaft der vorwiegend 9.-Klässler der Realschule, wovon sich auch die Gäste während ihres Rundgangs überzeugen konnten. „Wir bekommen zwar eine kleine Aufwandsentschädigung, aber das ist für die meisten von uns nicht der wichtigste Grund, hier mitzumachen“, erklärt z.B. Gabriel Angenendt den Politiker/innen. „Wir haben so lange frei gehabt,  dass wir uns jetzt freuen, hier etwas Sinnvolles tun zu können und den Jüngeren beim Lernen zu helfen.“ Diese Auffassung steht sicher stellvertretend für den Einsatz der fast 40 Patenschüler/innen, die mindestens zwei, manche sogar drei oder vier Wochen ihrer Ferien „opfern“, um sich in dem Projekt zu engagieren.

Dies alles wäre jedoch ohne die Unterstützung der Fördervereine der beiden Schulen, des RotaryClubs Geldern sowie der Stadt als Schulträger nicht möglich. Deswegen steht die Liedzeile aus einem Song von „Den Ärzten“, welche die Summer School offiziell als Motto verwenden darf, für eine ganze Reihe von Menschen, die in diesem Projekt gemeinsam daran arbeiten, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen:

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist- es wär‘ nur deine Schuld, wenn sie so bleibt“.

Dass hier viele an einem Strang ziehen und gemeinsam etwas Tolles schaffen- diesen Eindruck nahmen auch die Gäste der SPD und der Grünen mit nach Hause.